Kategorie Natur & Flora

Wetter im Anaga: Nebel, Passat und Mikroklima – wann ist die beste Zeit?

Das Anaga-Gebirge hat sein eigenes Wetter – und das unterscheidet sich deutlich von dem, was unten in Santa Cruz oder am Südufer Teneriffas herrscht. Während am Teide die Sonne brennt und an der Südküste Liegestühle den Strand säumen, kann es auf dem Anaga-Kamm nebelig, feucht und frisch sein. Das ist kein Wetterfehler – das ist das Mikroklima, das den Lorbeerwald am Leben hält.

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Vegetationszonen im Anaga: Vom Kaktus zum Lorbeerwald in 800 Metern

Auf weniger als 800 Höhenmetern erlebt man im Anaga-Gebirge eine Vegetationsabfolge, die auf dem europäischen Festland Hunderte von Kilometern und ganze Klimazonen umfassen würde: Von der kakteenartigen Wolfsmilch-Zone an der Küste über die trockene Übergangszone bis in den dichten Lorbeerwald auf dem Kamm. Das Anaga ist ein natürliches Schaufenster der kanarischen Vegetationsvielfalt.

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Farne, Moose & Flechten – das grüne Unterleben des Anaga-Lorbeerwalds

Flechten an den moosbewüchsten Bäumen des Anaga-Lorbeerwalds

Wer durch den Anaga-Lorbeerwald wandert und nur nach oben schaut, sieht die Hälfte nicht. Das eigentliche Wunder des Waldes spielt sich auf Augenhöhe – und darunter – ab: Farne so groß wie Sonnenschirme, Moose so dick wie Kissen, Flechten in hundert verschiedenen Formen an jedem Ast und Fels. Das Anaga-Gebirge beherbergt über 200 Moosarten – mehr als ganze europäische Länder – und einige der seltensten Farne des Atlantiks.

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Der Drachenbaum – uralte Silhouette im östlichen Anaga

Kein Baum Teneriffas ist so ikonisch wie der Drachenbaum (Dracaena draco). Mit seiner charakteristischen, schirmförmigen Krone, der silbrig-grauen Borke und dem blutroten Harz, das ihm den Namen gab, ist er eines der eindrücklichsten Naturdenkmäler der Kanaren. Im Anaga-Gebirge wachsen die wildesten und ältesten Exemplare der Insel – an Steilhängen, in Barrancos, auf Felsvorsprüngen. In Chamorga, dem östlichsten Dorf des Anaga, stehen Drachenbäume zwischen verwitterten Steinhäusern wie lebende Wächter.

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Canarina canariensis – die leuchtende Glockenblume des Lorbeerwalds

Im Anaga-Lorbeerwald auf Teneriffa gibt es eine Blüte, für die eigens Fotografen von weit hereisen: die Kanaren-Glockenblume (Canarina canariensis). Bis zu drei Meter lang, kletternd, mit leuchtend orange-roten Glockenblüten, die von Oktober bis April an Waldrändern, Böschungen und Felsvorsprüngen leuchten wie kleine Laternen. Diese Pflanze ist das Aushängeschild der endemischen Flora des Anaga – schön, ungewöhnlich, nirgendwo sonst so zu sehen.

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Der Mercedeswald – Lorbeerwälder am Rand der alten Hauptstadt

Nebel wabert durch den Lorbeerwald des Anaga-Gebirges -- mystische Stimmung auf Teneriffa

Wer über La Laguna ins Anaga-Gebirge fährt, passiert ihn fast zwingend: den Mercedeswald (Bosque de Mercedes) – einen der beeindruckendsten Lorbeerwald-Bestände der gesamten Kanaren, direkt an der Straße TF-12. Lorbeerbäume bis zu 25 Metern Höhe, Moose, Farne, Nebel – und das nur wenige Kilometer von der zweitgrößten Stadt Teneriffas entfernt.

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Pilze & Flechten im Anaga-Nebelwald – die unterschätzten Schätze

Im Anaga-Lorbeerwald gibt es eine Welt jenseits der Bäume und Farne – eine Welt, die die meisten Besucher kaum wahrnehmen: die Pilze und Flechten des Nebelwalds. Unsichtbar für den eiligen Blick, aber von enormer ökologischer Bedeutung. Flechten überziehen jeden verfügbaren Ast, Stein und Borkenfleck. Pilze erschließen in den Herbstmonaten die Waldböden. Zusammen bilden sie ein Netzwerk, ohne das der Lorbeerwald nicht funktionieren würde.

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Der verzauberte Wald – El Pijaral und wie man reinkommt

El Pijaral ist der am besten erhaltene Lorbeerwald des gesamten Anaga-Gebirges – und vielleicht der eindrücklichste Fleck Natur auf Teneriffa. Urwüchsige Bäume, Moose so dick wie Kissen, Farne in Mannshöhe, Nebel, der zwischen den Ästen hängt. Kein Lärm, kein Handy, keine anderen Menschen außer den maximal 44 anderen, die heute hier sein dürfen.

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Seltene Flügler im Nebelwald – Birdwatching im Anaga

Das Anaga-Gebirge auf Teneriffa ist eines der bedeutendsten Vogelbeobachtungsgebiete der Kanarischen Inseln – und Europas. Kein anderer Wald des Archipels beherbergt eine vergleichbare Dichte an endemischen Vogelarten auf so kleinem Raum. An erster Stelle: die Lorbeertaube (Columba junoniae), eine der seltensten Tauben der Welt, die nur im Lorbeerwald der Kanaren und Madeiras vorkommt. Im Anaga hat sie ihr bestes Refugium.

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Versunken in Jahrmillionen – der Lorbeerwald des Anaga-Gebirges

Vor rund 15–20 Millionen Jahren bedeckte der Lorbeerwald – die sogenannte Laurisilva – weite Teile Europas und Nordafrikas. Als das Klima kälter und trockener wurde, verschwand er fast vollständig vom Kontinent. Fast: Auf den Kanarischen Inseln, Madeira und den Azoren überlebte er in Rückzugsgebieten. Das Anaga-Gebirge auf Teneriffa beherbergt heute einen der am besten erhaltenen Lorbeerwälder der Erde – ein lebendiges Stück Tertiär, mitten im Atlantik.

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9 Millionen Jahre Anaga – wie ein Gebirge aus dem Meer wächst

Zerklueftete Berge und tiefe Schluchten im Anaga-Gebirge

Das Anaga-Gebirge ist das älteste Stück Teneriffas – und eines der geologisch ältesten Landmassen des gesamten Kanarischen Archipels. Während der Teide erst vor etwa 3 Millionen Jahren zu wachsen begann, ist das Anaga bereits 8–9 Millionen Jahre alt. Dieser Altersunterschied ist nicht nur eine geologische Fußnote – er erklärt die unglaubliche Biodiversität des Anaga, seine tiefen Schluchten und seine mächtigen Basaltformationen.

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