Anaga für Abenteurer – Steilpfade und Extremrouten

Das Anaga-Gebirge hat leichte Wege für Familien und moderate Routen für Wanderer. Aber es hat auch Pfade, die kein Reiseführer empfiehlt und kaum ein Tourist betritt: Steiltraversen, Kletterstellen, Küstenwege ohne Sicherung, Schluchtenabstiege im Dunkeln. Für erfahrene Wanderer, die das Anaga an seine Grenzen bringen wollen, gibt es fünf Routen, die echte Anforderungen stellen.

Küstenpfade mit Blick auf die Roques de Anaga
Küstenpfade mit Blick auf die Roques de Anaga

Die 5 härtesten Routen im Anaga

RouteLängeZeitSchwierigkeitBesonderheit
Große Küstenrunde Chamorga13,2 km~6 hSehr schwerKüstentraverse, Roque Bermejo, exponiert
Taborno–Playa Tamadite9,4 km~5 hSchwerKletterstelle Grad I, exponierter Abstieg
Punta del Hidalgo–Los Batanes12,3 km~5 hSchwerSteil, kaum Schatten, selten begangen
Cruz del Carmen–Los Batanes12,9 km~5,5 hSchwerlanger, steiler Aufstieg
Taborno–Afur (inoffiziell)~10 km~5 hSehr schwerKaum markiert, GPS nötig, Einsamkeit
Geröllfeld an der Nordküste
Geröllfeld an der Nordküste

Route 1: Große Küstenrunde Chamorga – die schwierigste Tour

13,2 km, ~900 Hm, 6 Stunden. Ab Chamorga über den Faro de Anaga und die Küstentraverse nach Roque Bermejo und zurück. Exponierte Stellen, kein markierter Pfad auf Teilabschnitten, GPX-Track Pflicht. Wasser für 6+ Stunden mitnehmen. Nicht bei Nebel oder nach Regen.

Route 2: Taborno–Playa Tamadite

9,4 km, ~5 Stunden. Abstieg von Taborno durch exponiertes Gelände zur Playa Tamadite. Kletterstelle Grad I – Hände an der Felswand, keine Sicherung. Für Klettereinsteiger ohne Vorerfahrung nicht empfohlen. GPX offline, früher Start.

Blick zum Roque de Taborno
Blick zum Roque de Taborno

Anforderungen: Was man mitbringen muss

Kondition: Alle schweren Routen brauchen gute Ausdauer. Regelmäßiges Wandern (3–4h mehrmals/Woche) als Basis.

Orientierung: GPX-Track offline (Wikiloc, OsmAnd) – auf schweren Routen gibt es Abschnitte ohne Markierung.

Ausrüstung: Profilschuhe mit Knöchelschutz, Kletterhandschuhe für Kletterstellen, 3+ Liter Wasser, Erste Hilfe.

Zeitpuffer: Immer 1–2 Stunden mehr einplanen als angegeben. Rückweg im Dunkeln: Stirnlampe.

Nicht allein: Schwere Anaga-Routen idealerweise in Gruppe oder mindestens zu zweit.

Praktische Tipps

Fazit

Das Anaga ist nicht harmlos, wenn man es fordert. Die fünf härtesten Routen sind echte Expeditionen: Küstentraverse, Kletterstellen, stundenlange Einsamkeit in unwegsamem Terrain. Für die Richtigen: das unvergesslichste Wandererlebnis der Kanaren.

Häufige Fragen

Was ist die schwerste Wanderung im Anaga?

Die Große Küstenrunde Chamorga: 13,2 km, 6 Stunden, sehr schwer, exponierte Küstentraverse zu Roque Bermejo.

Gibt es Kletterrouten im Anaga?

Keine ausgeschilderten Kletterrouten. Aber (Taborno–Tamadite) hat eine Kletterstelle Grad I – gesicherte Hände nötig.

Brauche ich für schwere Anaga-Routen einen Guide?

Nicht zwingend – aber GPX-Track offline ist Pflicht.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer für Teneriffa und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: April 2026