Roque Bermejo – die geheimste Bucht des Anaga
Roque Bermejo existiert fast nicht. Ein Fischerhäuschen, eine kleine Kapelle, ein paar rote Lavafelsen, eine geschützte Bucht – und das Meer. Keine Straße führt hin. Man kommt per Boot von Punta del Hidalgo oder auf einer der härtesten Wanderungen des Anaga: der großen Küstenrunde von Chamorga. Wer ankommt, findet genau das, was er gesucht hat: das Ende der bewohnten Welt.
Das Besondere an Roque Bermejo ist nicht nur die Abgeschiedenheit – es ist die Farbe: Die roten Lavafelsen rund um die Bucht sind ungewöhnlich im ansonsten schwarzbasaltdominierten Anaga. Oxidiertes Eisen im Gestein hat sie in ein warmes Rot-Orange getaucht, das im Abendlicht fast unwirklich wirkt.

Wie man nach Roque Bermejo kommt
Option 1: Große Rundwanderung ab Chamorga. Über den Faro de Anaga, entlang der Küstentraverse, schließlich hinunter nach Roque Bermejo. Nur für erfahrene Wanderer mit vollem Tagespensum.
Option 2: Boot/Wassertaxi ab Punta del Hidalgo (ähnlich wie für Antequera – lokale Anbieter anfragen). Saisonabhängig und nur bei ruhiger See.
Das Fischerhäuschen und die Kapelle
Das einzige Gebäude in Roque Bermejo ist ein altes Fischerhäuschen – nicht besetzt, aber in Grundzügen erhalten. Daneben: eine winzige Kapelle, vielleicht zwei Meter hoch, von Einheimischen gelegentlich gepflegt. Kein Strom, kein Wasser, keine Menschen (meistens). Wenn man nach mehrstündigem Wandern hier ankommt, hat dieser Ort eine Aura, die sich schwer in Worte fassen lässt.

Die Bucht: Rote Felsen und klares Wasser
Die Bucht von Roque Bermejo ist von roten und orange-farbenen Lavafelsen umgeben – entstanden durch oxidiertes Eisen im Basaltgestein. Das Wasser ist klar, der Untergrund steinig. Schwimmen ist bei ruhiger See möglich – aber kein Rettungsschwimmer, keine Infrastruktur, Strömung beachten.
⚠️ Badewarnung: Roque Bermejo: Keine Infrastruktur, kein Rettungsschwimmer. Schwimmen nur bei ruhigem Seegang. Rückweg nach Chamorga ist lang und anspruchsvoll – Tageszeit und Wasserreserven immer im Blick behalten.

Warum Roque Bermejo ein Muss ist
Roque Bermejo ist der Ort, über den Anaga-Liebhaber flüstern. Er steht auf keiner Touristenkarte, er erscheint auf keinem Hochglanz-Reiseprospekt. Man muss ihn sich erkämpfen – und darin liegt sein Wert. Die roten Felsen, das stille Wasser, das kleine Häuschen: Das ist das Anaga ohne Filter.
🌿 Biosphärenreservat: Das Anaga-Gebirge ist seit 2015 UNESCO-Biosphärenreservat. Bitte Wege nicht verlassen, keine Pflanzen oder Tiere mitnehmen — Wildcampen und Lagerfeuer sind verboten.
Praktische Tipps
- Boot: Wassertaxi ab Punta del Hidalgo – lokale Anbieter anfragen
- Wasser: 3 Liter Minimum – keine Versorgung in Roque Bermejo
- Rückweg: Zeitpuffer einplanen – Küstentraverse braucht Konzentration
- Tageszeit: Nicht nach 14:00 Uhr aufbrechen – Rückweg muss vor Dunkel fertig sein
Fazit
Roque Bermejo ist Teneriffas bestgehütetes Geheimnis: rote Lavafelsen, einsame Bucht, Fischerhäuschen am Ende der Welt. Nur für die, die den langen Weg nicht scheuen – und deshalb fast immer allein dort.
Häufige Fragen
Nur per Wanderung ab Chamorga oder per Boot/Wassertaxi ab Punta del Hidalgo.
Ein altes Fischerhäuschen, eine winzige Kapelle, rote Lavafelsen und eine geschützte Bucht. Keine Infrastruktur.
Oxidiertes Eisen im Basaltgestein gibt ihnen ihre charakteristische rot-orange Farbe – ungewöhnlich im ansonsten schwarzen Anaga.
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer für Teneriffa und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: April 2026


