Wanderungen ab Afur: Schlucht, Strand und Stille am Ende der Straße
Afur ist das einsamste Wanderdorf des Anaga-Gebirges. Weniger als siebzig Einwohner, in eine steile Barranco-Flanke gebaut, erreichbar über eine enge Straße, die von der TF-12 abzweigt. Von hier aus starten die Routen in den Barranco de Afur – eine der tiefsten und wildesten Schluchten des gesamten Anaga-Gebirges auf Teneriffa. Das Ziel: Die Playa Tamadite, ein schwarzer Lavastrand, den man nur zu Fuß erreicht.
Was Afur so besonders macht: die Abgeschiedenheit. In den meisten Teilen der Schlucht kein Mobilfunk, keine anderen Wanderer, kein Lärm. Dafür: Terrassenfelder an den Flanken, ein Bach, der im Frühling breit fließt, und einzelne Sabinar-Bäume (alter Wacholderbestand) an den Hängen der Schlucht als botanisches Highlight.

Anreise nach Afur: So kommt man hin
Auto: Ab der TF-12 (Kammstraße) Abzweigung Richtung Taganana, dann weiter Richtung Afur auf engen Bergstraßen. Gesamtfahrzeit ab Santa Cruz ca. 50–60 Minuten. Parkplatz im Dorf sehr klein (ca. 6–8 Fahrzeuge) – vor 9:00 Uhr anreisen.
Bus TITSA 076: Verbindet La Laguna mit Afur – aber nur wenige Fahrten täglich. Fahrplan unbedingt vorab auf titsa.com prüfen.

Parken in Afur: Was man wissen muss
Der Parkplatz in Afur ist winzig – an Wochenenden und in den Sommermonaten oft bereits vor 9:00 Uhr voll. Wer zu spät kommt, muss auf der Straße parken (sofern erlaubt) oder umkehren. Frühes Anreisen ist hier wichtiger als an jedem anderen Anaga-Startpunkt.

Alle Wanderrouten ab Afur
Afur – Playa Tamadite (5,2 km, leicht, ~2:30 h) — Die beliebteste Route ab Afur: durch den Barranco de Afur zum schwarzen Lavastrand. Sabinar-Wald, Bach, Einsamkeit.
Taborno – Gratpfad – Playa Tamadite (9,4 km, schwer, ~4:00 h) — Von Taborno über den Grat nach Afur und zur Tamadite. Kletterstelle I.
Casa Forestal – Taganana – Afur (PR-TF 8) (15,0 km, schwer, ~6:30 h) — Die große Schluchtenschleife des Anaga. Startet in Casa Forestal, endet in Afur.
Afur – Aussichtspunkte Barranco (kurze Spazierwege, leicht) — Wer nicht die komplette Schlucht hinab will, findet rund um das Dorf kurze Pfade zu Aussichtspunkten über den Barranco de Afur.

Der Sabinar: Das botanische Highlight
Im mittleren Teil des Barranco de Afur wächst einer der seltenen Sabinar-Wälder der Kanarischen Inseln – uralte Wacholderbäume (Juniperus turbinata), die durch Wind und Zeit in fantastische Formen gebogen wurden. Diese Bäume stehen unter besonderem Schutz. Sie sind das botanische Alleinstellungsmerkmal der Afur-Tamadite-Route.

🌿 Biosphärenreservat: Das Anaga-Gebirge ist seit 2015 UNESCO-Biosphärenreservat. Bitte Wege nicht verlassen, keine Pflanzen oder Tiere mitnehmen — Wildcampen und Lagerfeuer sind verboten.
⚠️ Sicherheitshinweis: Wege im Anaga-Gebirge sind teilweise schmal, ausgesetzt und nach Regen rutschig. Festes Schuhwerk (Wanderschuhe mit Profil) ist Pflicht. GPS-Track vorab herunterladen (Sunhikes, Wikiloc oder OsmAnd). In vielen Tälern (Afur, Chamorga, Taganana) kein Mobilfunkempfang. Mindestens 2 Liter Wasser pro Person einplanen. Notruf: 112.
Praktische Tipps
- Parkplatz: Extremer Frühstart nötig – vor 8:30 Uhr in Afur
- Bus: TITSA 076 ab La Laguna – wenige Verbindungen, Fahrplan prüfen
- Sabinar-Wald: Nicht berühren – besonders geschützter Wacholderbestand
- Strand Tamadite: Starke Strömung – Schwimmen nur bei absolutem Flachseegang
- Rückweg: Aufstieg nach Afur 45–90 Min – Licht und Zeit einplanen
- GPS offline: Im Barranco kein Mobilfunk – Track vor dem Start laden
Fazit
Afur ist das einsamste und wildeste Wanderdorf des Anaga. Wer früh genug kommt, hat Schlucht, Sabinar-Wald und schwarzen Strand ganz für sich. Eine Abgeschiedenheit, die man in keinem anderen Teil Teneriffas findet.
Häufige Fragen
Afur ist das abgelegenste und einsamste Wanderdorf des Anaga – mit direktem Zugang zur Playa Tamadite (schwarzer Lavastrand, nur zu Fuß erreichbar) und dem seltenen Sabinar-Wald im Barranco.
Ca. 6–8 Fahrzeuge – vor 9:00 Uhr anreisen, sonst ist er voll.
Ein seltener Wacholder-Altbestand (Juniperus turbinata) im Barranco de Afur – botanisch einzigartig auf den Kanarischen Inseln, besonders geschützt.
Nur bei absolutem Flachseegang und für erfahrene Meeresschwimmer. Starke Strömung, kein Rettungsschwimmer.
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer für Teneriffa und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: April 2026


